Wenn ein autistisches Kind trotz normaler Intelligenz nicht richtig lesen und schreiben lernt, denken Eltern und Lehrkräfte selten an eine zusätzliche Lernstörung. Dabei zeigen Studien: Autistische Kinder haben ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Lese-Rechtschreibstörung, also LRS bei Autismus – eine Komorbidität, die häufiger ist, als viele vermuten, und allzu oft übersehen wird. Umgekehrt wird bei Kindern mit Legasthenie eine zugrunde liegende Autismus-Diagnose häufig erst spät erkannt. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter der Komorbidität steckt, wie die Diagnose gelingt und was bei Förderung und Nachteilsausgleich zu beachten ist.
In der Allgemeinbevölkerung haben 4–8 % aller Kinder eine Lese-Rechtschreibstörung (LRS). Bei autistischen Kindern liegt die Rate laut einer Studie von 2009 bei ca. 14 % – mehr als dreimal so hoch. Hinzu kommt, dass LRS bei Autismus häufig falsch als Autismus-Symptom interpretiert wird, sodass keine gezielte Förderung erfolgt. Frühzeitige Diagnostik und autismusspezifisch angepasste Lerntherapie sind entscheidend.
LRS, Legasthenie, Dyslexie – was bedeutet was bei Autismus?
Im deutschen Sprachraum kursieren mehrere Begriffe, die oft synonym verwendet werden, sich aber fachlich unterscheiden. Für autistische Kinder und ihre Eltern ist es wichtig, diese Unterschiede zu kennen – denn sie entscheiden über den Anspruch auf Förderung und Nachteilsausgleich.
| Begriff | Bedeutung | Diagnose-Grundlage |
|---|---|---|
| Legasthenie | Historischer Begriff für eine genetisch bedingte Schwäche im Lesen und Rechtschreiben bei normaler Intelligenz. Neurobiologische Ursachen sind belegt. | ICD-10 F81.0/F81.1, ICD-11 |
| Lese-Rechtschreibstörung (LRS) | Fachbegriff laut ICD-10: anhaltende, eindeutige Schwächen beim Lesen und/oder Schreiben, die nicht durch Intelligenzminderung, mangelnde Beschulung oder andere Faktoren erklärbar sind. | ICD-10 F81.0, F81.1 |
| Lese-Rechtschreib-Schwäche | Leistungsschwäche ohne neurologische Ursache – z.B. durch Unterrichtsausfall, falsche Lernmethoden oder schulische Belastungen. Kein Anspruch auf Notenschutz in allen Bundesländern. | Pädagogische Einschätzung |
| Dyslexie | Primär im englischsprachigen Raum verwendeter Begriff, in Deutschland oft synonym für Legasthenie genutzt. Betont die Leseschwäche. | Fachlicher Kontext |
| Dyskalkulie | Rechenstörung (ICD-10 F81.2): Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten ohne allgemeine Intelligenzminderung. Häufige Komorbidität von LRS – und tritt auch bei Autismus erhöht auf. | ICD-10 F81.2 |
Nur die Lese-Rechtschreibstörung (ICD-10 F81.0/F81.1, diagnostiziert durch Kinder- und Jugendpsychiater, Schulpsychologen oder spezialisierte Kinderärzte) begründet in allen Bundesländern einen Anspruch auf Notenschutz und Nachteilsausgleich. Die bloße Lese-Rechtschreib-Schwäche reicht dafür nicht in allen Ländern. Das Bundesverfassungsgericht hat am 22. November 2023 bestätigt: Eine nach ICD diagnostizierte LRS gilt als Behinderung im Sinne von Art. 3 Abs. 3 GG.
Wie häufig treten LRS und Autismus zusammen auf?
Verlässliche, große Studien speziell zu dieser Prävalenz sind noch rar. Die vorhandene Datenlage deutet aber klar auf eine erhöhte Häufigkeit hin:
Jungen sind in der Allgemeinbevölkerung etwa 2–3-mal häufiger von LRS betroffen als Mädchen. Bei Autismus zeigt sich ein ähnliches Muster bei der Diagnoseverteilung – wobei Mädchen ohnehin häufig später diagnostiziert werden (Masking). Die tatsächliche Rate von LRS bei autistischen Kindern dürfte höher liegen als die 14 %, die die einzige größere Studie bisher dokumentiert hat, da viele Kinder nicht beide Diagnosen erhalten.
Es gibt bisher sehr wenige kontrollierte Studien zur Komorbiditätsrate von LRS und Autismus. Die 14-%-Zahl stammt aus einer Studie von 2009 und bedarf dringend aktualisierter Forschung. In der Praxis dürfte die Dunkelziffer höher liegen – weil Schreib- und Leseschwierigkeiten bei autistischen Kindern oft dem Autismus zugeschrieben werden, anstatt eine eigenständige LRS-Diagnose zu stellen.
Warum kommen LRS und Autismus so häufig gemeinsam vor?
LRS und Autismus sind zwei eigenständige neurologische Entwicklungsstörungen – sie entstehen unabhängig voneinander, teilen aber gemeinsame neurobiologische Grundlagen, die ihr gemeinsames Auftreten wahrscheinlicher machen.
Wie zeigt sich LRS im Schulalltag autistischer Kinder?
Die klassischen LRS-Symptome treten auch bei autistischen Kindern auf – werden aber oft fehlgedeutet. Ein Kind, das sich weigert vorzulesen, tut das möglicherweise nicht aus mangelndem Können, sondern aus sozialer Angst. Ein Kind, das Texte nicht versteht, hat möglicherweise ein Leseproblem – oder eine Schwierigkeit mit pragmatischer Sprache. Diese Überschneidungen machen die Diagnose so anspruchsvoll.
Typische Lese-Symptome
- Langsames, stockendes Lesen mit vielen Fehlern
- Buchstaben oder Silben werden ausgelassen, vertauscht oder hinzugefügt (z.B. „Hausi“ statt „Haus“)
- Schwierigkeiten bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung (Dekodierung)
- Schlechtes Leseverständnis trotz lautem Vorlesen
- Wörter werden erraten statt erlesen
- Rate zeigt keine oder sehr langsame Verbesserung trotz Übung
Typische Schreib-Symptome
- Massive und andauernde Rechtschreibfehler, die nicht dem Übungsmangel entsprechen
- Buchstaben werden gespiegelt oder vertauscht (b/d, p/q)
- Schwierigkeiten mit Groß- und Kleinschreibung, Silbentrennung
- Stark verlangsamtes Schreiben; Wörter werden anders geschrieben als sie klingen
- Gleiche Wörter werden im selben Text unterschiedlich geschrieben
- Probleme mit Rechtschreibregeln, die selbst nach Erklärung nicht angewendet werden
Autismusspezifische Ausprägungen bei LRS
- Hyperlexie als Gegenpol: Manche autistischen Kinder können technisch gut lesen (Buchstaben dekodieren), verstehen den Text aber kaum. Sie entziffern Wörter, ohne Bedeutung zu konstruieren – das ist keine LRS, sondern eine pragmatisch-sprachliche Besonderheit.
- Wörtliches Textverständnis: Metaphern, implizite Bedeutungen und zwischen den Zeilen stehende Botschaften werden nicht erfasst – unabhängig von der Lesefähigkeit.
- Verweigerung des lauten Lesens: Nicht wegen mangelndem Können, sondern wegen sozialer Angst oder Angst vor Fehlern in der Gruppe.
- Stärken bei strukturierten Texten: Sachtexte mit klarer Gliederung werden oft besser verstanden als erzählende Texte mit sozialen Subtexten.
- Perfektionismus und Auslöschung: Texte werden immer wieder überschrieben, weil das Ergebnis nie gut genug ist – ein Hinweis auf Perfektionismus, der bei Autismus häufig ist.
Eigenständige LRS oder autismusbedingte Schreibschwierigkeit?
Eine der größten Herausforderungen ist die Unterscheidung zwischen einer eigenständigen Lese-Rechtschreibstörung und Schreib- und Leseschwierigkeiten, die direkte Folge des Autismus sind. Diese Unterscheidung ist therapeutisch entscheidend:
Beide können gleichzeitig vorhanden sein. Dann braucht ein Kind sowohl autismusspezifische Unterstützung als auch gezielte LRS-Förderung – und eine Diagnostik, die beides erfasst.
Standard-LRS- oder Dyskalkulie-Therapien funktionieren bei autistischen Kindern oft nicht 1:1, weil die autistische Denkweise nicht berücksichtigt wird. Beispiel: Ein Kind versteht die Aufgabenstellung nicht – die Lehrkraft denkt, es hat die Regel nicht verstanden. Dabei liegt das Problem in der Mehrdeutigkeit der Sprache. Oder: Das Kind verweigert das Vorlesen – nicht wegen Unvermögens, sondern wegen sozialer Angst. Eine ganzheitliche Diagnostik ist unverzichtbar.
Wenn noch Dyskalkulie hinzukommt
Rechenstörungen kommen bei dieser Kombination häufig zusammen vor – die S3-Leitlinie Rechenstörung bezeichnet die Komorbidität zwischen LRS und Dyskalkulie ausdrücklich als „gut belegt“. Auch bei autistischen Kindern mit LRS kann Dyskalkulie hinzukommen:
Studien der Universität Zürich zeigen, dass es Hinweise auf einen engen Zusammenhang zwischen Autismus-Spektrum-Störungen, spezifischen mathematischen Problemen und erhöhter Mathematikangst gibt. Autistische Kinder, die Schwierigkeiten mit mathematischen Konzepten haben, sollten immer auch auf Dyskalkulie untersucht werden – nicht nur auf autismusbedingte Abstraktion oder Sprachschwierigkeiten bei Textaufgaben. Rund 3–7 % aller Kinder haben eine Dyskalkulie. Kinder mit LRS haben ein 4–5-fach erhöhtes Risiko, auch von Dyskalkulie betroffen zu sein.
Besonders tückisch: Bei autistischen Kindern werden mathematische Schwierigkeiten oft als Folge von Sprachproblemen bei Textaufgaben gedeutet, nicht als eigenständige Rechenstörung. Das führt dazu, dass die eigentliche Dyskalkulie nicht erkannt und nicht gefördert wird.
Wie wird LRS bei Autismus diagnostiziert?
Die Diagnostik ist anspruchsvoller als die Standarddiagnostik – weil beide Diagnosen ihre eigene Expertise erfordern und sich in der Symptomdarstellung überlagern.
Wer übernimmt die Diagnostik?
- Kinder- und Jugendpsychiater (insbesondere wenn Autismus bereits bekannt ist)
- Schulpsychologischer Dienst (kostenlos, über die Schule zugänglich)
- Spezialisierte Kinderärzte oder klinische Psychologen
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Diagnostikkompetenz
Was umfasst eine vollständige Diagnostik?
- Standardisierte Lese- und Rechtschreibtests (z.B. ELFE II, SLRT-II, WRT, HSP)
- Intelligenztest (um LRS von einer allgemeinen kognitiven Beeinträchtigung abzugrenzen)
- Anamnese: Familiengeschichte (LRS ist stark vererbt!), Sprachentwicklung, Schulverlauf
- Ausschluss von Hör- und Sehproblemen als mögliche Ursache
- Berücksichtigung des Autismus-Profils: Wie äußert sich der Autismus? Welche sprachlichen Besonderheiten gibt es?
- Bei Verdacht auf Dyskalkulie: Rechentest (z.B. TEDI-MATH, ZAREKI)
- Das Kind lernt trotz ausreichendem Unterricht und normaler Intelligenz nicht zuverlässig lesen und/oder schreiben
- Lese- und Schreibschwierigkeiten sind auffällig im Vergleich zu anderen schulischen Leistungen
- Buchstaben werden häufig gespiegelt, verwechselt oder ausgelassen
- Vorlesen ist mit großer Anstrengung verbunden; das Kind vermeidet Situationen, in denen gelesen werden muss
- Die Rechtschreibung verbessert sich auch nach intensivem Üben kaum
- Das gleiche Wort wird innerhalb eines Textes unterschiedlich geschrieben
- Textaufgaben in Mathematik scheitern nicht am Rechnen, sondern am Lesen
- Die Schule oder Lehrkräfte empfehlen eine LRS-Abklärung
Nachteilsausgleich & Notenschutz: Was möglich ist
Ein autistisches Kind mit diagnostizierter LRS hat Ansprüche aus beiden Diagnosen – diese ergänzen sich und können kombiniert beantragt werden. Das Bundesverfassungsgericht hat 2023 klargestellt: LRS ist eine Behinderung nach Art. 3 GG, Kinder haben einen Rechtsanspruch auf gleichwertige Bildungschancen.
Grundsätzlich können Eltern den Nachteilsausgleich formlos schriftlich bei der Schulleitung beantragen. Notwendig ist eine medizinische Diagnose (ICD-10 F81.0 oder F81.1 für LRS; F84.x für Autismus) durch einen approbierten Arzt oder Psychologen. Die Schule muss nicht jedes Jahr erneut einen Antrag stellen lassen – die Diagnose muss aber dokumentiert vorliegen. Bei Ablehnung: Widerspruch einlegen, da die Entscheidung ein Verwaltungsakt ist. Weiterführende Informationen bietet der Nachteilsausgleich-Ratgeber auf dieser Website.
Die schulrechtlichen Regelungen zu Nachteilsausgleich und Notenschutz bei LRS sind nicht bundeseinheitlich. Was in Bayern gilt, kann in NRW anders geregelt sein. Für Dyskalkulie gibt es in vielen Bundesländern noch gar keinen geregelten Nachteilsausgleich. Informieren Sie sich unbedingt beim Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) oder beim Landesverband Ihres Bundeslandes über die aktuell geltenden Regelungen.
Förderung und Therapie: Was wirklich hilft
LRS bei Autismus ist nicht heilbar, aber mit gezielter Förderung gut bewältigbar. Das ist die einhellige Aussage aller einschlägigen Leitlinien – einschließlich der S3-Leitlinie LRS. Für autistische Kinder gelten zusätzliche Anforderungen an die Förderung.
Evidenzbasierte LRS-Förderung (allgemein)
Laut S3-Leitlinie und Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie muss die Förderung symptomspezifisch sein – sie muss direkt an den Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben ansetzen. Wichtig sind:
- Training der phonologischen Bewusstheit (Laute hören, trennen, zusammenfügen)
- Systematisches, strukturiertes Lesetraining (Laut-Buchstaben-Zuordnung)
- Aufbau von Lesekompetenz durch Wiederholung und Automatisierung
- Orthographietraining mit Regellernen
- Möglichst Einzelförderung oder kleine Gruppen
- Aufbau von Lesestrategien (aktives Lesen, Textsegmentierung)
- Stärkung des Selbstwertgefühls parallel zur Lerntherapie
Was bei autistischen Kindern mit LRS zusätzlich beachtet werden muss
- Autismussensible Gestaltung der Förderung: Klare Strukturen, vorhersehbare Abläufe, keine überraschenden Aufgabenwechsel
- Mehrdeutige Sprache vermeiden: Aufgabenstellungen müssen eindeutig und wörtlich formuliert sein
- Sonderinteressen nutzen: Lesetexte und Beispiele aus dem Interessensbereich des Kindes erhöhen die Motivation und die Verarbeitung
- Sensorische Anforderungen berücksichtigen: Ruhige Förderumgebung, ggf. Kopfhörer bei Geräuschen, angemessene Beleuchtung
- Kein Vorlesen in Gruppen erzwingen: Das löst Angst aus und hemmt den Lernprozess
- Körperliche Aktivierung: Sensorische Integrationstherapie kann die neurophysiologische Basis für Aufmerksamkeit und Konzentration verbessern und so die Lerntherapie unterstützen
- Eltern einbeziehen: Hausübungen müssen autismusspezifisch erklärt und begleitet werden
Für autistische Kinder mit LRS empfehlen Fachleute einen multimodalen Ansatz: Die Kombination aus sensorischer Integrationstherapie, Verhaltenstherapie und spezialisierter Lerntherapie zeigt die besten Ergebnisse. Die sensorische Integrationstherapie schafft die neurophysiologische Basis für Aufmerksamkeit; die Verhaltenstherapie unterstützt die Lernbereitschaft; die Lerntherapie setzt direkt an den Schriftsprachschwierigkeiten an. Wichtig: Diese kombinierte Therapie sollte möglichst in einer Hand liegen – oder zumindest durch intensive Abstimmung zwischen den Beteiligten begleitet werden.
Technische Hilfsmittel im Schulalltag
Für autistische Kinder mit LRS können technische Hilfsmittel besonders entlastend wirken, weil sie sowohl die LRS-bedingte Schreiblast reduzieren als auch autistischen Bedürfnissen nach Vorhersehbarkeit und Struktur entgegenkommen:
- Lesestift (z.B. Tellimero, C-Pen): Liest Texte laut vor – entlastet beim Dekodieren
- Text-to-Speech-Software (Kurzweil 3000, WordQ, AnySoftkeyboard): Texte werden vorgelesen, gleichzeitig hervorgehoben
- Spracherkennung (Dragon NaturallySpeaking): Diktat statt Tippen oder Schreiben
- Hörbücher: Zugang zu Inhalten ohne Lesebarriere
- Farbige Silbenmarkierung: Strukturierungshilfe, die autistischen Kindern mit Vorliebe für visuelle Klarheit entgegenkommt
- Mind-Maps und visuelle Strukturierungen: Für Textplanung und Aufsätze
Weiterführende Artikel auf autismus-ratgeber.de
Anlaufstellen & Hilfsangebote
Häufige Fragen zu LRS und Autismus
- autismus-kultur.de (2023): Komorbiditäten: Autismus plus weitere Diagnosen. LRS bei Autismus: ~14 % der Betroffenen (Studie 2009); Allgemeinbevölkerung ~4 %.
- autismus-kultur.de (2025): Lernstörung oder Autismus? Standard-Therapien passen oft nicht 1:1 bei Autismus.
- Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e.V. (BVL): Legasthenie / LRS. Definition, ICD-10 F81.0/F81.1, Nachteilsausgleich.
- BVL (2025): Schulische Förderung – Nachteilsausgleich. Uneinheitliche Regelungen in den Bundesländern.
- Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung: Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. 5–10 % aller Kinder, Jungen 2–3× häufiger.
- Kompetenzzentrum Autismus Klaus Neuffer (2024): Was ist LRS? LRS-Häufigkeit 4–5 %, Kinder mit Wahrnehmungsproblemen.
- Bezirksregierung Düsseldorf (NRW): Individuelle Nachteilsausgleiche. Nachteilsausgleich bei ASS + LRS; LRS-Erlass NRW 1991.
- Bundesverfassungsgericht, Urteil 22.11.2023 (1 BvR 2577/15): LRS ist Behinderung nach Art. 3 Abs. 3 GG; Rechtsanspruch auf gleichwertige Bildungschancen.
- Sabine Jokisch-Lernstraat (2025): Autismus und Legasthenie. Multimodaler Ansatz: sensorische Integration + KVT + Lerntherapie.
- Universität Zürich, Plattform Lernen und Lernstörungen: Komorbiditäten bei Lernstörungen. Bis 62 % mit mind. einer weiteren neurologischen Diagnose; ASS und Mathematikangst.
- Huck, M. & Schröder, U. (2016): PuLs-Studie – fast 70 % der Kinder mit LRS/Rechenschwäche unter psychosozialen Belastungen. Zitiert nach: Lerntherapie-VS.
- Wikipedia: Lese- und Rechtschreibstörung. Definitionen, genetische und neurobiologische Grundlagen.
- VSHG Asperger-Eltern (Schweiz): Dyskalkulie. Rechenstörung bei Asperger/Autismus; 3–7 % Allgemeinbevölkerung.
- BVL (aktuell): Therapieansätze bei Legasthenie. Symptomspezifische Förderung nach S3-Leitlinie.