Das Autismus-Glossar erklärt über 114 Fachbegriffe rund um das Autismus-Spektrum – von A bis Z, verständlich und ohne unnötigen Fachjargon. Ob Autismus-Diagnose, Masking, Stimming, ICD-11 oder Eingliederungshilfe: Hier findest du alle wichtigen Begriffe auf einen Blick.
Das Autismus-Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe, Diagnosen und Konzepte rund um das Autismus-Spektrum – klar und ohne unnötigen Fachjargon. So können Sie in Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten und Behörden sicher auftreten und Informationen besser einordnen.
Autismus-Glossar –
Fachbegriffe einfach erklärt
Was das Autismus-Glossar für Sie leistet
Sicher im Arztgespräch
Fachbegriffe verstehen, die Ärzte und Gutachter verwenden – damit Sie gezielt nachfragen können.
Diagnosen einordnen
ASS, ADHS, ICD-11, DSM-5 – das Autismus-Glossar erklärt, was hinter den Abkürzungen steckt.
Mit Behörden kommunizieren
Rechtsbegriffe wie Eingliederungshilfe, GdB oder Nachteilsausgleich verständlich erklärt.
💡 Wie das Autismus-Glossar aufgebaut ist
Alle 114 Begriffe sind alphabetisch geordnet und in einfacher Sprache erklärt. Fachliche Quellen wie ICD-11 und DSM-5 werden berücksichtigt – ohne unnötigen Fachjargon.
🔗 Begriff fehlt im Glossar?
Das Autismus-Glossar wird regelmäßig erweitert. Fehlt ein Begriff? Schreib uns über das Kontaktformular – wir ergänzen ihn gerne.
🧩 Autismus-Glossar
114 Fachbegriffe einfach erklärt – von A bis Z. Für Betroffene, Eltern, Fachkräfte und alle, die mehr verstehen möchten.
Häufige Fragen zum Autismus-Glossar
Das Autismus-Glossar erklärt Fachbegriffe rund um Autismus klar und verständlich. Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen – von Diagnose-Abkürzungen bis zu Alltagsbegriffen wie Masking oder Stimming. Weiterführende Informationen bietet der Ratgeber „Was ist Autismus?“.
Was ist das Autismus-Glossar und für wen ist es gedacht?
Das Autismus-Glossar auf autismus-ratgeber.de erklärt die wichtigsten Fachbegriffe, Diagnosen und Konzepte rund um das Autismus-Spektrum – klar, verständlich und ohne unnötigen Fachjargon.
Es richtet sich an Betroffene, Eltern, Angehörige, Lehrerinnen und alle, die sich mit dem Thema Autismus beschäftigen und in Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten oder Behörden sicher auftreten möchten.
Was bedeutet ASS im Autismus-Glossar?
ASS steht für Autismus-Spektrum-Störung – den aktuellen Oberbegriff für alle Formen des Autismus. Frühere Diagnosen wie Asperger-Syndrom, frühkindlicher Autismus (Kanner-Autismus) und atypischer Autismus sind seit dem DSM-5 (2013) darin zusammengefasst.
Im ICD-11 (seit 2022 gültig) ist ASS unter dem Code 6A02 erfasst. Das Autismus-Glossar erklärt alle zugehörigen Unterbegriffe.
Was ist der Unterschied zwischen DSM-5 und ICD-11 im Autismus-Glossar?
DSM-5 ist das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (5. Auflage, 2013) der American Psychiatric Association – international häufig genutzt, auch in Deutschland.
ICD-11 ist die internationale Klassifikation der WHO (11. Revision, seit 2022) und in Deutschland die offizielle Grundlage für Diagnosen. Beide klassifizieren Autismus als Spektrum – mit leicht unterschiedlicher Gewichtung der Kriterien. Mehr dazu auf der WHO-Informationsseite zu Autismus ↗. Das Autismus-Glossar erklärt beide Systeme.
Was bedeutet Masking – und warum ist es im Autismus-Glossar wichtig?
Masking (auch: Camouflaging) bezeichnet das bewusste oder unbewusste Verbergen autistischer Züge, um in sozialen Situationen unauffälliger zu wirken – z. B. durch einstudierte Mimik, Blickkontakt oder soziale Skripte.
Masking ist besonders bei Frauen und Mädchen verbreitet, kostet enorm viel Energie und kann langfristig zu Autistic Burnout führen. Mehr dazu: Masking bei Frauen und Mädchen.
Was ist Stimming – und ist es schädlich?
Stimming (von: self-stimulatory behaviour) bezeichnet sich wiederholende Bewegungen oder Geräusche – wie Händeflattern, Schaukeln, Summen oder Tippen. Stimming ist keine Störung, sondern reguliert das Nervensystem bei Reizüberflutung, Stress oder intensiven Gefühlen.
Stimming zu unterdrücken kann schaden – neuroaffirmative Ansätze akzeptieren und respektieren es als natürlichen Teil des autistischen Erlebens.
Was ist ein Meltdown – und was ist der Unterschied zum Shutdown?
Ein Meltdown ist eine intensive neurologische Reaktion auf Überforderung oder Reizüberflutung – das Nervensystem verliert kurzfristig die Kontrolle. Es ist kein Wutanfall, sondern eine unwillkürliche Notfallreaktion.
Ein Shutdown ist das Gegenteil: Das Gehirn schaltet ab – Stille, Erstarrung, Sprachverlust. Beide Reaktionen brauchen Ruhe, Raum und Zeit, keine Konfrontation.
Was sind Special Interests?
Special Interests sind intensive, tiefe Interessen für bestimmte Themen – oft weit über das durchschnittliche Interesse hinausgehend. Sie sind eine Quelle von Freude, Expertise und Identität für viele autistische Menschen.
Special Interests sind kein Symptom, das behandelt werden muss – sondern eine Stärke, die gezielt gefördert werden kann.
Was bedeutet Neurodiversität im Autismus-Glossar?
Neurodiversität bezeichnet die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und Denkweisen – einschließlich Autismus, ADHS, Dyskalkulie, Dyslexie und anderer neurologischer Varianten.
Das Konzept betrachtet Autismus nicht als Defizit, das geheilt werden muss, sondern als Teil der menschlichen Vielfalt. Neurotypisch bezeichnet dagegen Personen, deren Gehirn der gesellschaftlichen Norm entspricht.
Was ist Autistic Burnout – und wie unterscheidet er sich von normalem Burnout?
Autistic Burnout entsteht durch anhaltende Überlastung – oft durch langjähriges Masking, fehlende Unterstützung oder zu viele soziale und sensorische Anforderungen. Er zeigt sich in extremer Erschöpfung, Rückzug, Verlust von Fähigkeiten und erhöhter Reizempfindlichkeit.
Im Unterschied zu klassischem Burnout ist Autistic Burnout oft schwerer und länger – und braucht spezifische, neuroaffirmative Unterstützung. Mehr dazu: Autismus-Burnout verstehen.
Was bedeutet Sensorische Verarbeitung im Autismus-Glossar?
Viele autistische Menschen erleben Sinnesreize intensiver oder anders als neurotypische Menschen – das nennt sich sensorische Verarbeitungsbesonderheit. Es gibt zwei Hauptformen:
- Hypersensitivität: Überempfindlichkeit – Geräusche, Licht oder Berührungen können schmerzhaft wirken.
- Hyposensitivität: Unterempfindlichkeit – aktive Suche nach starken Reizen zur Regulation.
Sensorische Überlastung kann zu Meltdowns führen. Das Autismus-Glossar erklärt alle verwandten Begriffe. Mehr im Ratgeber Sensorik & Alltag.
Was ist das Double Empathy Problem im Autismus-Glossar?
Das Double Empathy Problem ist ein Konzept des Autismus-Forschers Damian Milton (2012). Es besagt, dass Kommunikationsprobleme zwischen autistischen und neurotypischen Menschen in beide Richtungen entstehen – und nicht nur durch den Autismus allein. Hintergründe dazu bietet die National Autistic Society (autism.org.uk) ↗.
Autistische Menschen verstehen neurotypische ebenso wenig wie umgekehrt. Das stellt das alte Bild vom „sozialen Defizit“ infrage und ist heute ein zentrales Konzept in der autismus-affirmativen Forschung.
Was bedeutet Nachteilsausgleich – und wer hat Anspruch darauf?
Der Nachteilsausgleich ermöglicht Schülerinnen, Schülern und Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung – auch bei Autismus – Anpassungen bei Prüfungen und im Schulalltag, z. B. verlängerte Prüfungszeiten, Einzelprüfungen oder alternative Formate.
Er wird beim zuständigen Schul- oder Prüfungsamt beantragt. Mehr dazu im Ratgeber Nachteilsausgleich bei Autismus. Weitere Beratung bietet der Bundesverband autismus Deutschland e.V. ↗.
Wird das Autismus-Glossar regelmäßig aktualisiert?
Ja. Das Autismus-Glossar wird regelmäßig überprüft, aktualisiert und um neue Begriffe erweitert – entsprechend dem aktuellen Stand der Forschung und der ICD-11.
Fehlt ein Begriff, der dir wichtig ist? Schreib uns über das Kontaktformular – wir ergänzen ihn gerne.
Notiere vor einem Termin beim Arzt oder Gutachter, welche Begriffe aus dem Autismus-Glossar du erklären oder nachfragen möchtest. Unsere kostenlose Arztgespräch-Checkliste hilft dabei, nichts zu vergessen.